Schlagwort-Archiv: Social Media

HootSuite-Video: A Game of Social Thrones

Da startet gerade die 4. Staffel von Game of Thrones und sogar der von mir sehr geliebte Social Media Management-Dienst HootSuit springt mit auf. Schönes Video…

Blog der Amazon Logistikzenten: http://www.amazon-logistikblog.de

Amazon vs. VER.DI: Logistikzentren kontern mit eigenem Blog

Blog der Amazon Logistikzenten: http://www.amazon-logistikblog.de
Blog der Amazon Logistikzenten: http://www.amazon-logistikblog.de

Der Disput zwischen Amazon und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di um einen Tarifvertrag wurde in der Weihnachtszeit ja ausgiebigst behandelt. Der STERN lieferte eine Titelstory und auch bei Günther Jauchs Talkshow kam ein (ausnahmsweise sehr kompetenter) Betriebsrat zu Wort. Ich persönlich bin von Gewerkschaften so semi-begeistert und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kombination “Amazon-Weihnachten-Pakete-Geld-Gewerkschaft” eine nicht nur zufällig sehr passende Advents-Öffentlichkeit erfährt.

Im Netz wird der Streit – den man wohl nicht so einfach auf böses US-Unternehmen, gute Gewerkschafter reduzieren kann – auch mit Blogs geführt. So gib es z.B. amazon-verdi.de wo aus Sicht der Streikenden berichtet wird und es gibt natürlich die ver.di-Themenseite.

Amazon kontert nun mit einem Blog der Logistikzentren. Hier wird über die Arbeit als Amazon-Mitarbeiter, die Aufgabe der Logistikzentren und Fakten zu Arbeitsbedingungen berichtet. Anscheinend gibt es sogar eine von Mitarbeiter/-innen initiierte Unterschriften-Aktion, die sich gegen die Gewerkschafts-Kollegen und ihre Darstellung des Arbeitgebers richtet.

Amazon nutzt damit Social Media, um aus der Schwarz-Weiß-Berichterstattung klassischer Medien auszubrechen und das Employer Branding wieder in die eigene Hand zu nehmen. Ein kluger und – das kann man mittlerweile sagen – gut gemachter Schachzug.

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Foursquare veröffentlich Time Machine

Foursquare hat ein neues Tool gelauncht: Die Time Machine und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Visualisierung ist absolut gelungen! Die Time Machine besteht aus drei Funktionen: Mit “My History” kann man durch alle seine Checkins springen oder diese als Film ablaufen lassen. Das Muster, das sich dann ergibt, ist echt atemberaubend. Die zweite Funktion nennt sich “Next Big Thing” und ist eine Empfehlung von Orten auf Basis meiner bisherigen Checkins. Die dritte Funktion nennt sich “Sharing” und hier wird aus den Daten eine Infografik erstellt, die man sich herunterladen oder gleich auf Facebook oder Twitter teilen kann:

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Für mich als Early Adopter ist ja immer überraschend, wie lange ich dann doch Daten in einen Dienst kippe. Bei Foursquare sind das nun schon fünf (!) Jahre. Deshalb auch noch ein Wort zum Thema Privacy: Natürlich checke ich nicht überall ein, sondern nur an ausgewählten Orten. Und ich checke nicht immer beim Kommen ein, sondern manchmal auch erst beim Gehen. Und an manchen Tagen mach ich “Social Media Urlaub”, da checke ich auch gar nicht ein. Trotzdem: Der gesammelte Datenhaufen ist schon gewaltig.

Hier der Link zur Foursquare Time Machine…

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Deutsche Social Media im Todeskampf

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Die aktuellen Mai-Zahlen zeigen, dass im deutschen Social Web seit rund einem Jahr Stagnation und Niedergang herrschen. Am deutlichsten verloren mit jeweils über 43 Prozent wer-kennt-wen und die Lokalisten. StayFriends büßte gegenüber dem Mai 2012 rund 18 Prozent seines Traffics ein. Fairerweise muss zwar hinzugefügt werden, dass zumindest StayFriends und Lokalisten sich in den letzten Monaten – wenn auch auf niedrigem Niveau – stabilisert haben. Regionale Plattformen scheinen aber immer weniger Interessant zu sein. Der Trend geht hier weiter in Richtung der großen Blue Companies. Dies zeigt sich z.B. auch beim Hochwasser 2013: Als einzige relevante Plattformen konnten Twitter und Facebook überzeugen, was durch die ausgesprochen einfallslose Berichterstattung der klassischen Medien sogar noch verstärkt wurde.

Der deutsche LinkedIn-Konkurrent XING lag mit 24,7 Millionen Visits exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Im Gegensatz zu den anderen deutschen Netzwerken, die langsam aber sicher sterben werden, hat XING eine interessante Marktnische besetzt und zeigt in den letzten Jahren immer wieder mit innovativen Angeboten, dass es gewillt ist, sich der Konkurrenz zu stellen. Ohne Wachstum dürfte dies schwierig werden, gewinnt doch der stärkste Konkurrent LinkedIn auch in Deutschland immer mehr an Boden. Aber hier ist “der letzte Drops noch nicht gelutscht”.

Spannend dürfte in den nächsten Monaten werden, wie sich die Plattformen auf den mobilen Geräten entwickeln und wie die Integration in andere Systeme und Netzwerke aussehen kann. So könnte z.B. eine OS-Integration von LinkedIn in Blackberry-OS, Android oder iOS 7 der deutschen Konkurrenz schnell den Todesstoß versetzen.

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McKinsey-Studie: Nur 10 Prozent der deutschen Unternehmen steigern mit Social Media ihr Ergebnis

 

McKinsey & Company hat 200 deutsche Unternehmen zu ihrer Social Media Nutzung befragt und das Ergebnis in einer Studie mit dem schönen Namen “Turning buzz into gold” zusammengefasst. Für die Analyse befragte McKinsey Unternehmen nach allen Anwendungsfeldern, in denen soziale Netze sinnvoll eingesetzt werden können: Marketing, Kundenservice, Produktentwicklung, Vertrieb, externe Kommunikation, Personalgewinnung und interner Wissensaustausch. Die Studie kam schon vor ein paar Wochen heraus, aber ich fand erst jetzt Zeit, darüber zu lesen. Mein Fazit: Sehr spannend und einige gute Ansatzpunkte, vor allem wenn man in oder mit größeren Unternehmen arbeitet.

In der begleitenden Pressemitteilung heißt es: “70 Prozent der großen und mittleren Unternehmen in Deutschland messen Social Media eine hohe strategische Bedeutung bei. Von einem gewinnbringenden Einsatz dieser neuen Kommunikationsmedien sind die Unternehmen hierzulande allerdings noch entfernt: Gerade einmal 27 Prozent der Firmen erreichen ihre selbst gesteckten Ziele rund um Facebook, Pinterest, Twitter und Co. – und nur knapp 10 Prozent glauben, mit ihren Social-Media-Aktivitäten ihr Ergebnis zu steigern.”

Hohe positive Bewertung von Social Media, aber geringer Einsatz

„Die deutschen Unternehmen sehen ihren Erfolg mit Social Media eher nüchtern“, erklärt Karel Dörner, McKinsey-Partner und einer der Autoren der Studie „Turning buzz into gold“.   Zur Erklärung des immer noch überschaubaren Erfolgs deutscher Unternehmen in Social Media haben die Berater untersucht, was die nach eigener Einschätzung erfolgreicheren und erfahrenen Firmen anders machen und wo die übrigen Nachholbedarf haben. „Viele Firmen in Deutschland schöpfen die Möglichkeiten von Social Media bisher nur unzureichend aus“, erklärt Dennis Spillecke, Partner und Koautor der Studie. Während 70 Prozent der Unternehmen Social Media als Marketinginstrument nutzen, setzen es nur knapp die Hälfte in der externen Kommunikation, zu Vertriebszwecken, in der Produktentwicklung oder im Kundenservice ein. Damit nicht genug: „Die Nutzung von Xing, LinkedIn, Facebook oder Twitter für Sichten und Rekrutieren von Talenten ist in gerade einmal einem Drittel der Unternehmen bereits Praxis“, ergänzt Spillecke. Dies sei umso bemerkenswerter, als der Nutzen dieser Instrumente von den Befragten deutlich höher eingeschätzt werde als der von reinen Marketinganwendungen.

Die gute Nachricht: Immerhin 50 Prozent der Unternehmen haben ein Budget für Social Media, 79 Prozent fest zugeordnete Personalressourcen. „In 44 Prozent der Unternehmen ist das Thema Social Media personell im Vorstand verankert“, so McKinsey-Partner Johannes-Tobias Lorenz. Aber in nur 5 Prozent der Unternehmen werden die sozialen Netze über alle sieben Einsatzfelder der gesamten Wertschöpfungskette hinweg eingesetzt und systematisch mit den übrigen Geschäftsprozessen verzahnt.

Keine Angst vor “Shitstorms”

Eine Ursache für den zaghaften Umgang mit Social Media sei die Scheu vor den Risiken: „Der negative Effekt so genannter ‚Shitstorms’ wird aber überbewertet“, erklärt Lorenz. „Wer mit diesen Empörungswellen richtig umgeht, trägt keinen nachhaltigen Schaden davon.“ 60 Prozent der Unternehmen sehen sich zudem nicht in der Lage, den Effekt von Social Media adäquat zu messen: „Den Return on Investment ihrer Aktivitäten messen sogar nur 20 Prozent der Unternehmen“, erklärt Karel Dörner.

Alles in allem decken sich die Ergebnisse der Studie auch mit meinen Beobachtungen. Besonders spannend finde ich z.B. die auf Seite 24 der Studie dargestellten Möglichkeiten, Social Media strukturell im Unternehmen zu verankern. Nur so lässt sich m.E. über alle Geschäftsfelder hinweg ein Social Media Impact erzielen. Ich habe das gerade diese Woche bei einem Kunden erlebt, der vor rund zwei Jahren eine Online-Business-Unit eingerichtet hat. Nun profitieren andere Abteilungen bei neuen Online- & Social Media Kampagnen von den Errungenschaften der zentralen Online-Stelle wie Legal Clearance für bestimmte Vorgehen, etablierten Freigabe-Workflows für Inhalte oder der bereits erfolgten Einbeziehung des Betriebsrats. So werden mehrmonatige Zeitersparnisse in der Projektplanung realisiert.

AGfa Video

AGfa: Die Geschäftsmodelle von Apple, Google, facebook und amazon im Überblick

Mario Sixtus hat mit den Blinkenlichten (bekannt z.B. vom Elektrischen Reporter) ein kurzes, kritisches und vor allem sehr informatives Video über Apple, Google, Facebook und Amazon und deren Geschäftsmodelle erstellt. Das ganze im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Sehr sehenswert.

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Social Media im US-Wahlkampf

Steve Jobs und Barack Obama bei einem Dinner am 17.02.2011. | Klicken, um zur Originalversion des Bildes zu wechseln. (Quelle: White House)

Steve Jobs hat die Mannschaft von US-Präsident Barack Obama angespornt, verstärkt neue Technologien und Medien für die Wiederwahlkampagne zu nutzen. Das erzählte der Obama for America-Campaign Manager Jim Messina letzte Woche der Businessweek. Kurz nachdem Messina seinen Job als Deputy Chief of Staff im White House an den Nagel gehängt hat, um die OfA-Kampagne zu unterstützen, machte er eine Rundreise durch Amerika um mit den Verantwortlichen von Apple, Google, Facebook, Microsoft und anderen Unternehmen zu sprechen.

“I went around the country for literally a month of my life interviewing these companies and just talking about organizational growth, emerging technologies, marketing.”

Besonders interessant waren die Gespräche, die Messina mit Steve Jobs hatte, in denen der mittlerweile verstorbene Apple-Chef darauf einschwor, dass mobile Technologien in Verbindung mit Social Media der Hauptfokus der OfA-Kampagne werden müsse:

“Last time you were programming to only a couple of channels. This time, you have to program content to a much wider variety of channels—Facebook, Tumblr, Twitter, YouTube, Google—because people are segmented in a very different way than they were four years ago.”

In dem Businessweek-Interview zeigte sich Messina beeindruckt von Jobs Voraussicht: “Er wußte genau, wo es lang geht. Er erklärte virale Inhalte und wie sich unsere Themen verbreiten können, wie alles interessant und einfach sein müsse.”

 

Obama for America-Dashboard

Dass Messina die Tipps von Steve Jobs aufgenommen, verstanden und richtig umgesetzt hat, zeigt eine Reihe von Ideen, die in der Obama 2012 Campaign eingesetzt werden. Eine dieser Ideen ist das Dashboard. Eigentlich brauche ich das Dashboard der Obama for America-Kampagne nicht erklären, denn das macht Jeremy Bird, National Field Director, schon ganz gut auf Youtube:

Das Dashboard ist super hübsch designed: minimalistisch, funktional, intuitiv. Hier finde ich Community-Funktionen wie “My Team” oder “Events”, ich kann mir Wahlkampf-Dokumente (“Resources”) herunterladen und ich kann mich mit dem “Make Calls”-Tool beim Telefon-Wahlkämpfen unterstützen lassen, indem ich z.B. die hinterlegte Liste der healthcare-interested women in meiner Nachbarschaft abtelefoniere. Ein tolles Tool und ich kann nur hoffen, dass die Weiterentwicklung des Grünen Wurzelwerks genau in diese Richtung geht.

Das Dashboard der Obama for America Kampagne (Quelle: http://dashboard.barackobama.com)

Nachfolgend noch mehr Bilder, die die einzelnen Funktionen dokumentieren:

Das Truth Team

Das Truth Team ist ein weiterer Ankerpunkt in der OfA-Social Media Kommunikation. Es ist ein Netzwerk von Unterstützern, die Lügen und Halbwahrheiten des politischen Gegners reporten und mit Fakten beantworten. Wichtig dabei: Die Erwiderung muss so einfach sein, dass jeder versteht, worum es geht. Sie muss für sich stehen können, ohne die Aussagen des politischen Gegners vorher gehört zu haben. Und alle Inhalte müssen die Tendenz haben, sich viral verbreiten zu können.

Startseite des Truth Team (Quelle: www.barackobama.com/truth-team/)

Wie das optimal funktioniert zeigt das nachfolgende Video, das eine Story der Washington Post aufgreift: Mitt Romney erklärt nämlich im Wahlkampf ständig, dass er sich für den Erhalt von Jobs in America einsetzen will. Die WaPo hat nun herausgefunden, dass eine Firma, an der Romney maßgeblich beteiligt ist, mit der Verlagerung von Jobs aus Amerika nach China Gewinne macht.

Das ganze wird natürlich auch mit weiteren Tools wie Infografiken unterstützt.

Infografik zum Präsidentenrennen

Eine ganz andere Infografik haben die Socialbakers herausgegeben. Sie zeigt den aktuellen Stand des Rennens zwischen Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney im Social Web und gibt einen kurzen Rückblick auf den bisherigen Wahlkampf.

Zum Vergrößern der Infografik klicken. (Quelle: Socialbakers)

ActIon: Bastian Dietz für schalk&friends bei der re:publica 2012

/ Crosspost vom schalk&friends-Blog/

200 Stunden Programm, 300 bunte Stühle zum Mitnehmen, 400 foursquare check-ins gleichzeitig: Bei der re:publica in Berlin trifft sich seit Jahren die nationale und internationale Blogosphäre und auch Social-Media-Experte Bastian Dietz war für schalk&friends unter den zahlreichen Teilnehmern, um sich über Trends für Unternehmensblogs, reputation management für Marken und vieles mehr zu informieren.

Deutschland ist im Social Web angekommen

Berlin ist die Hauptstadt der Hipster und so bunt und kreativ präsentierten sich auch die Teilnehmer der Social Media Konferenz re:publica. „Dieses Jahr mischten sich aber zunehmend größere Unternehmen unter die Aussteller und es wurden sogar einige Gäste mit Krawatte gesichtet“, berichtet Bastian Dietz, der die re:publica seit ihrer Gründung verfolgt. Auch das Programm ist – z.B. mit dem .comdirekt financeblog award 2012 – business-mäßiger geworden, obwohl die Konferenz ihren Politik- und Medienschwerpunkt nicht verbergen kann. Viele Gespräche drehen sich dann auch um Themen wie Social Media Marketing oder Customer Social Relations.

Telekom hilft: Kollaborativer Kundenservice

Die Telekom präsentierte z.B. im Rahmen einer session ihren Kundenservice „Telekom hilft“, der hauptsächlich auf Facebook und Twitter unterwegs ist und seit 2010 zunehmend von Kundinnen und Kunden nachgefragt wird. „Das Kommunikationsverhalten verschiebt sich hier ebenso zu Microblogging und Instant Messaging wie vor Jahren von Brief hin zu E-Mail“, erklärten die anwesenden Telekom-Mitarbeiter. Rund 12 Beraten kümmern sich im Schichtdienst von Montag bis Samstag um täglich ca. 420 Messages. Besonders erfreulich: Unter den 12.000 Nachrichten pro Monat finden sich im Schnitt 100 mal Lob. Beachtlich für einen Service, der eigentlich nur bei Problemen genutzt wird. Die Zukunft der Kundenberatung sehen die „Telekom hilft“-Macher in den verschiedenen Social Media Kanälen, setzen aber mit der neuen Telekom hilft Community bewusst auf eine zentrale, unternehmenseigene Plattform. „So können wir die vielen Menschen einbinden, die nicht zu unserem Team gehören, aber dennoch anderen Nutzer helfen. Außerdem verringern wir Redundanzen: Gerade bei Produkteinführungen passiert es, dass 500 mal die selbe Frage gestellt wird, die dann nicht mehr einzeln bearbeitet werden muss.“ Das alles klingt recht spannend und als Beta-Tester wird Bastian Dietz verfolgen, ob sich die „Telekom hilft“-Community zur ersten kollaborativen Kundendienstzentrale im Social Web entwickeln wird.

eHealth: Patienten gewinnen wenn sie noch gesund sind

Unternehmen der Gesundheitswirtschaft sind gut beraten, den Kontakt mit gesunden Menschen zu suchen, war man sich im Track re:health der Konferenz einig. „Wenn ein Patient krank ist, hat er die Entscheidung, wie und wo er behandelt werden möchte, schon getroffen“, hieß es einstimmig von fast allen Referenten. Sie stellten zahlreiche worst und best practice Beispiele der über 290 deutschen Kliniken auf Facebook vor. Bemerkenswert ist, dass die Themen auf den Klinik-Seiten selten zu den Interessen der Kundinnen und Kunden passen: Während Kliniken in erster Linie Informationen zu Personalsuche oder Krebs bereitstellen, suchen Interessierte eher News zu Themen wie Geburt oder Ernährung (Quelle: MSI). Der Einsatz von Social Media ist – wie so oft – dann am erfolgreichsten, wenn er Teil einer integrierten Kommunikationsstrategie ist. „Vor dem Schritt zu Facebook oder Twitter braucht sich aber niemand zu fürchten“, so Bastian Dietz von schalk&friends: „Probleme und Kritik werden ohnehin unter den Nutzern ausgetauscht – besser man nimmt sie wahr, kann darauf reagieren und sich ab zu auch ein öffentlichkeitswirksames Lob abholen.“

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Meta-Kommunikation über Social Media oder “Bangen am Bahnsteig”

Gestern hielt ich beim Kreisvorständetreffen des Grünen Landesverbands Bayern einen kurzen Input zum Thema Social Media. Eine meiner Aussagen war: Social Media wie Facebook oder Twitter sind auch deshalb im Wahlkampf wichtig, weil sie “Old Media” wie Zeitungen oder Radio zur Meta-Berichterstattung anregen. Fast zeitgleich lieferte ich selbst den Beweis dafür.

Die gute Pia Schellhammer, im Netz recht umtriebige Landtagsabgeordnete in Rheinland-Pfalz, twitterte:

Darauf hin antwortete ich:

Heute Morgen kam dann das Ergebnis:

Man nehme also ein tagesaktuelles Boulevard-Thema, garniere es mit etwas aus Alltagserfahrung gespeistem Sarkasmus, einer hübschen MdL, die zu spät zu einem Termin kommt, und verbreite das ganze über einen Social Media Kanal: fertig ist die Schlagzeile in der Mainzer Rhein-Zeitung. Wenn es nur immer so einfach wäre! ;-)

Nun könnte ich mich darüber ärgern, dass mein Tweet nicht verlinkt wurde, aber vielleicht ist das auch ein “lesson learned” aus der Geschichte: Social Media Kommunikation ist selten vorhersehrbar oder, wie es der gute mspr0 ausdrücken würde: Bei Social Media Kommunikation ist der Kontrollverlust miteinzurechnen.

sztwitter

Das SZ-Twitter-Universum

Wer erleben will, wie Old Media und Social Media zusammenwachsen, sollte sich einmal bei der Süddeutschen Zeitung umsehen. Dort gibt es ein hübsches Twitter-Universum, das man für sich entdecken kann: Von Twitter-Urgestein Dirk von Gehlen über fast die ganze sz.de-Redaktion bis hin zu Printmedia-Veteranen wie Ulrich Schäfer.

Ich habe beim Stöbern durch die Accounts viele Anregungen und neue Follow-Tipps bekommen, aber bei einer Sache hat sich mir immer wieder der Internet-Magen umgedreht: “Die hier geäußerte Meinung ist meine eigene.” Dieser Satz ziert etliche Profilbeschreibungen, wenn auf das SZ-Engagement hingewiesen wird. Und ich frage zurück: Ja, was denn sonst?!?! Sollten da mit einem Hausjuristen die Pferde durchgegangen sein, sollte man ihm eine Social-Media-Fortbildung spendieren. Anderenfalls könnten auch Hinweise wie “Ich denke hier selbst” oder “ich tippe hier keine dpa-Meldungen ab” sinnvoll sein. Trotzdem: Es ist erfrischend, wie viele JournalistInnen den Weg in Netz finden und Twitter nutzen.

In meiner kleinen Übersicht habe ich sicher ein paar JournalistInnen übersehen (Hinweise bitte in die Kommentare), andere habe ich trotz existierenden Twitter-Accounts aber mangels abgesetzter Tweets bewusst weggelassen. Außerdem schreiben einige der Aufgeführten nicht nur bei der SZ, sondern auch an anderen Orten und es werden nicht alle Accounts beruflich genutzt. Der Übersicht halber habe ich die Liste in Digital und Print geteilt, das ist aber eigentlich Quatsch, denn Etliche der Aufgeführten schreiben für beides.


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