Deutsche Social Media im Todeskampf

infografik_1175_Traffic_der_deutschen_sozialen_Netzwerke_im_Mai_n

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Die aktuellen Mai-Zahlen zeigen, dass im deutschen Social Web seit rund einem Jahr Stagnation und Niedergang herrschen. Am deutlichsten verloren mit jeweils über 43 Prozent wer-kennt-wen und die Lokalisten. StayFriends büßte gegenüber dem Mai 2012 rund 18 Prozent seines Traffics ein. Fairerweise muss zwar hinzugefügt werden, dass zumindest StayFriends und Lokalisten sich in den letzten Monaten – wenn auch auf niedrigem Niveau – stabilisert haben. Regionale Plattformen scheinen aber immer weniger Interessant zu sein. Der Trend geht hier weiter in Richtung der großen Blue Companies. Dies zeigt sich z.B. auch beim Hochwasser 2013: Als einzige relevante Plattformen konnten Twitter und Facebook überzeugen, was durch die ausgesprochen einfallslose Berichterstattung der klassischen Medien sogar noch verstärkt wurde.

Der deutsche LinkedIn-Konkurrent XING lag mit 24,7 Millionen Visits exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Im Gegensatz zu den anderen deutschen Netzwerken, die langsam aber sicher sterben werden, hat XING eine interessante Marktnische besetzt und zeigt in den letzten Jahren immer wieder mit innovativen Angeboten, dass es gewillt ist, sich der Konkurrenz zu stellen. Ohne Wachstum dürfte dies schwierig werden, gewinnt doch der stärkste Konkurrent LinkedIn auch in Deutschland immer mehr an Boden. Aber hier ist „der letzte Drops noch nicht gelutscht“.

Spannend dürfte in den nächsten Monaten werden, wie sich die Plattformen auf den mobilen Geräten entwickeln und wie die Integration in andere Systeme und Netzwerke aussehen kann. So könnte z.B. eine OS-Integration von LinkedIn in Blackberry-OS, Android oder iOS 7 der deutschen Konkurrenz schnell den Todesstoß versetzen.