Category Archives: Kultur

Von Kunst bis Krempel, von Elvis bis Event.

Preview: Grüner Kinoabend “Joschka und Herr Fischer”

Er war 68er-Aktivist, Stadtguerillero, Taxifahrer, Sponti – er wurde hessischer Umweltminister in Turnschuhen und deutscher Außenminister im Anzug: Das bewegte Leben von Joseph „Joschka“ Fischer dient Regisseur Pepe Danquart als roter Faden, um von sechs Jahrzehnten deutscher Nachkriegsgeschichte zu erzählen.

Gemeinsam mit meiner Kollegin Daniela Wüst von der Grünen Landesgeschäftsstelle und dem Grünen Stadtbüro München habe ich eine Preview des neuen Kinofilms über Joschka Fischer und die letzten 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland organisiert.

Die Sondervorstellung von “Joschka und Herr Fischer” findet am am Mittwoch, den 18. Mai um 20 Uhr im Kino Atelier 1 (Sonnenstr. 12, München) statt – einen Tag vor dem offiziellen Kinostart.

Karten gibt es für 5 Euro im Stadtbüro (Mo – Fr, 15 – 18 Uhr ) und in der Landesgeschäftsstelle (Mo – Fr, 9-13 und 14-16 Uhr), Sendlinger Str. 47. Restkarten an der Abendkasse.

Das sagen die anderen:

Joschka und Herr Fischer ist die Siegergeschichtsschreibung jener Protestgeneration, die damals auf der falschen Seite der Mehrheit war und heute mitten drin steht.
Georg Diez, Der SPIEGEL

Packender Geschichtsunterricht mit einer polarisierenden Persönlichkeit.
Kino.de

Ich hätte lieber andere Schuhe getragen als diese Turnschuhe. Auch sonst lief es in Hessen damals nicht rund. Ich habe alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte.
Joschka Fischer

Und hier noch der Trailer:

re:publica 2011 und die Kritik an der Digitalen Gesellschaft

Es gibt mittlerweile jede Menge re:views und re:indrücke der re:publica auf der offiziellen Webseite. Aber natürlich schließe ich mich Mathias Richel gerne an und veröffentliche aus reinen SEO-Gründen hier die entsprechenden Videos. Dabei möchte ich auf das letzte Video – die Rede von Gunter Dueck zum Thema „Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem“ – ganz besonders hinweisen.

Insgesamt war die re:publica für mich dieses Jahr wieder ein Erfolg. Das liegt aber – trotz vieler guter Themen – nicht unbedingt an der Konferenz selbst, sondern viel mehr an den Gesprächen mit interessanten Menschen außen rum. So waren die Beiträge des Tracks re:open und der Google-Abend in Clärchens Ballhaus unglaublich gut. Das hätten Max Senges & Co. aber ohne die überfüllte Kalkscheune fast schon besser hinbekommen können. Darum schließe ich mich der Kritik und dem Ausblick von Falk Hedemann (t3n) gerne an: Drei Dinge, die besser werden müssen.

Tja und dann gibt es noch etwas zur Digitalen Gesellschaft zu sagen. Also dem neuen Lobbyverein für Netzpolitik, der sich um Markus Beckedahl gegründet hat. Die Kritik daran kann ich mir eigentlich sparen, denn sie ist unüberhörbar

Für mich kann ich folgendes zusammenfassen: Ich verstehe, warum ein netzpolitischer Lobbyverband notwendig ist, und warum Leute wie Falk die Digitale Gesellschaft gegründet haben. Aber es ist der falsche Weg, der da beschritten wird, wenn versucht wird, eine netzpolitsche Kopie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu bauen. Nach all den Gesprächen der letzten Tage kann ich eigentlich nur auf die Argumente der oben verlinkten Kolleginnen und Kollegen verweisen und auf Albert Einstein:

Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.

 

 

Cornelius Völker. 1990 – 2010

Mit Schokolade in den Maßen einhundert mal zweihundert Zentimetern – so beginnt, chronologisch, die umfassende Werkschau der Bilder von Cornelius Völker im Museum Villa Stuck: “Cornelius Völker. 1990 – 2010″, die ich heute besucht habe.

Schon 1992, noch während seines Studiums an der Düsseldorfer Akademie, verschrieb sich der im bayerischen Kronach geborene Künstler der gezielten Isolierung profaner Sujets in riesenhaften Formaten. In Serien finden sich so fast schon popartige Waffen, Männer, Hunde, Meerschweinchen, u.a. Einen guten Überblick über das Werk – auch über die hervorragenden Bildbände – gibt hier Völkers Webseite. Und einen Besuch ist die Ausstellung in der Villa Stuck auf jeden Fall wert.

Protest in München seit 1945

 

Meine Damen und Herren, bitte nehmen Sie doch Vernunft an…“
rief Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel durch ein Megafon, als 1962 auf der Leopoldstraße die Schwabinger Krawalle stattfanden. Dieser Satz war ursprünglich als Titel der Veranstaltungsreihe “Protest in München seit 1945″ geplant, weil er so schön das Münchner Verhältnis zum öffentlichen Widerstand verdeutlicht. Obwohl in der bayerischen Landeshauptstadt stets Ruhe als höchste Bürgerpflicht galt, gab es in München immer wieder heftige Proteste, und sie ins öffentliche Gedächtnis zurückzurufen, ist das Ziel der Veranstalter.

Doch was ist Protest? Die Veranstalter, die von der Stadt München, der LMU, der Petra Kelly Stiftung und weiteren Partner unterstützt werden, machten sich die Definition von Zara Pfeiffer (Herausgeberin des Buches zur Reihe „Auf den Barrikaden: Proteste in München seit 1945“) zu eigen:

Protest ist eine Praxis der Kritik, die öffentlich artikuliert wird, eine Praxis der – wie es Foucault nennt – „Entunterwerfung“ und der „reflektierten Unfügsamkeit“, des kontinuierlichen Versuchs, weniger und anders regiert zu werden.

In dieser Veranstaltungsreihe, auf die ich durch MünchenBlogger aufmerksam wurde, wird nach den Orten, TrägerInnen und AdressatInnen von Protest gefragt. Der Protest der Vergangenheit wird in seiner Bedeutung für heute und morgen erneut zur breiten Diskussion in den öffentlichen Raum gestellt. Eine spannende Aktion – vor allem in Hinblick auf die Erlebnisse der letzten Monate mit Stuttgart 21, Tunesien, Ägypten, …

Das Programm der Veranstaltungsreihe findet sich hier…