Author Archives: Bastian Dietz

RSS-Reader-Roundup | 20. February 2012

Guten Morgen!

Hier stelle ich jede Woche Artikel der wichtigsten Webseiten aus meinem RSS-Reader zusammen. An diesem Montag habe ich gefunden:


Über den RSS-Reader-Roundup

Jeden Tag lese ich zwei bis drei Mal meinen RSS-Reader leer, der rund 120 Webseiten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Finanzen, Medien & IT enthält. Für diese Zusammenfassung habe ich folgende Blogs ausgewählt: AMERIKA WÄHLT, Augen geradeaus, Die wunderbare Welt der Wirtschaft!, FTD Chefökonom, Homo Politicus, Indiskretion Ehrensache, Internet und Politik, karrierebibel.de, Pixelökonom, politik, kultur & kommunikation, Public Affairs Manager, SPRENGSATZ – Das Politik-Blog aus Berlin sowie Wahlrecht.de. Ich habe dabei bewusst auf das Handelsblatt oder Politik.de verzichtet und mehr Wert auf kleinere Blogs gelegt, die eine interessante Nische besetzen.Trotzdem: Fehlt hier eine Webseite? Über Anregungen in den Kommentaren oder via Twitter

Es hat sich ausgewulfft

Wulff

Den Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident konnte ich heute live im Fernsehen und im Kreis meiner Kolleginnen und Kollegen verfolgen. Nach drei Monaten voller Enthüllungen über Amigo-Wirtschaft und Vorteilsnahme aus seiner Zeit als Niedersächsischer Ministerpräsident hatte er sich als politisch-moralische Instanz selbst ins Aus manövriert.

Es waren an diesem Tag nicht die Medien, die den Präsidenten böswillig verfolgt und jetzt auch noch gestürzt haben, wie aus konservativen Kreisen verlautbart wird. Zwar waren die Medien als Korrektiv in der Sache wichtig, aber am Ende war es Christian Wulff selbst, der aus ganz persönlichen Gründen – nämlich einer staatsanwaltschaftlichen Untersuchung gegen ihn – den Hut nehmen musste. “Es ist kein Triumph der Pressefreiheit”, wie Michael Naumann im CICERO schreibt, vielmehr sei er in letzter Instanz das Ergebnis einer verfehlten Macht- und Personalpolitik Angela Merkels.

Wie es nun weitergeht: Morgen treffen Angela Merkel, Horst Seehofer und Philipp Rösler zu einem Treffen zusammen. Anschließend will man die Partei- und Fraktionsspitzen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen ins Boot holen. Die Linke bleibt außen vor, nachdem sie es sich bei der letzten Bundespräsidenten-Wahl mit allen anderen Parteien verscherzt hat. Das Ziel ist dennoch ein überparteilicher Kandidat – vielleicht – eine Kandidatin.

Bis die Bundesversammlung in spätestens 30 Tagen zusammentritt, um einen neuen Bundespräsidenten zu wählen, fließt noch etwas Wasser die Isar hinab und Horst Seehofer darf als Aushilfs-Bundespräsident das Dreieck zwischen höchstem Staatsamt, Landesvater und CSU-Chef ausmessen. Wollen wir hoffen, dass er keine völkerrechtlichen Auseinandersetzungen vom Zaun bricht – das könnte er nämlich jetzt auch offiziell.

Der Vollständigkeit halber: Phoenix hat den Rücktritt auf Video dokumentiert und anschließend findet sich der Text der Rücktrittsrede.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger,

gerne habe ich die Wahl zum Bundespräsidenten angenommen und mich mit ganzer Kraft dem Amt gewidmet. Es war mir ein Herzensanliegen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken. Alle sollen sich zugehörig fühlen, die hier bei uns in Deutschland leben, eine Ausbildung machen, studieren und arbeiten, ganz gleich, welche Wurzeln sie haben. Wir gestalten unsere Zukunft gemeinsam.

Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraft am besten entfalten und einen guten Beitrag zur europäischen Einigung leisten kann, wenn die Integration auch nach innen gelingt.

Unser Land, die Bundesrepublik Deutschland, braucht einen Präsidenten, der sich uneingeschränkt diesen und anderen nationalen sowie den gewaltigen internationalen Herausforderungen widmen kann.

Einen Präsidenten, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getragen wird.

Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen, und damit meine Wirkungsmöglichkeiten, nachhaltig beeinträchtigt sind.

Aus diesem Grund wird es mir nicht mehr möglich sein, das Amt des Bundespräsidenten nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist.

Ich trete deshalb heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge frei zu machen.

Bundesratspräsident Horst Seehofer wird die Vertretung übernehmen, Bundeskanzlerin Angela Merkel wird auf der so wichtigen Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt am Donnerstag der kommenden Woche sprechen.

Was die anstehende rechtliche Klärung angeht, bin ich davon überzeugt, dass sie zu einer vollständigen Entlastung führen wird. Ich habe in meinen Ämtern stets rechtlich korrekt mich verhalten. Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig.

Die Berichterstattungen, die wir in den vergangenen zwei Monaten erlebt haben, haben meine Frau und mich verletzt.

Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für unser Land engagieren, ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bundespräsidialamt und allen anderen Behörden, die ich als exzellente Teams erlebt habe.

Ich danke meiner Familie, vor allem danke ich meiner Frau, die ich als eine überzeugende Repräsentantin eines menschlichen und eines modernen Deutschland wahrgenommen habe. Sie hat mir immer, gerade auch in den vergangenen Monaten, und auch den Kindern starken Rückhalt gegeben.

Ich wünsche unserem Land von ganzem Herzen eine politische Kultur, in der die Menschen die Demokratie als unendlich wertvoll erkennen und sich vor allem, das ist mir das Wichtigste, gerne für die Demokratie engagiert einsetzen.

Und ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern, denen ich mich vor allem verantwortlich fühle, eine gute Zukunft und schließe Sie alle dabei ausdrücklich mit ein.

RSS-Reader-Roundup | 13. February 2012

Guten Morgen!

Hier stelle ich jede Woche Artikel der wichtigsten Webseiten aus meinem RSS-Reader zusammen. An diesem Montag habe ich gefunden:


Über den RSS-Reader-Roundup

Jeden Tag lese ich zwei bis drei Mal meinen RSS-Reader leer, der rund 120 Webseiten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Finanzen, Medien & IT enthält. Für diese Zusammenfassung habe ich folgende Blogs ausgewählt: AMERIKA WÄHLT, Augen geradeaus, Die wunderbare Welt der Wirtschaft!, FTD Chefökonom, Homo Politicus, Indiskretion Ehrensache, Internet und Politik, karrierebibel.de, Pixelökonom, politik, kultur & kommunikation, Public Affairs Manager, SPRENGSATZ – Das Politik-Blog aus Berlin sowie Wahlrecht.de. Ich habe dabei bewusst auf das Handelsblatt oder Politik.de verzichtet und mehr Wert auf kleinere Blogs gelegt, die eine interessante Nische besetzen.Trotzdem: Fehlt hier eine Webseite? Über Anregungen in den Kommentaren oder via Twitter

RSS-Reader-Roundup | 6. February 2012

Guten Morgen!

Hier stelle ich jede Woche Artikel der wichtigsten Webseiten aus meinem RSS-Reader zusammen. An diesem Montag habe ich gefunden:


Über den RSS-Reader-Roundup

Jeden Tag lese ich zwei bis drei Mal meinen RSS-Reader leer, der rund 120 Webseiten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Finanzen, Medien & IT enthält. Für diese Zusammenfassung habe ich folgende Blogs ausgewählt: AMERIKA WÄHLT, Augen geradeaus, Die wunderbare Welt der Wirtschaft!, FTD Chefökonom, Homo Politicus, Indiskretion Ehrensache, Internet und Politik, karrierebibel.de, Pixelökonom, politik, kultur & kommunikation, Public Affairs Manager, SPRENGSATZ – Das Politik-Blog aus Berlin sowie Wahlrecht.de. Ich habe dabei bewusst auf das Handelsblatt oder Politik.de verzichtet und mehr Wert auf kleinere Blogs gelegt, die eine interessante Nische besetzen.Trotzdem: Fehlt hier eine Webseite? Über Anregungen in den Kommentaren oder via Twitter

Europäische Bürgerinitiative: Eine Chance für Europa und die Netzgemeinde

Egal ob es um die Vorratsdatenspeicherung, die Zulassung genveränderter Lebensmittel oder den Umweltschutz an meinem Wohnort geht: Die Europäische Union hat weit mehr Einfluss auf unser tägliches Leben, also wir oft wahrnehmen. Diese „Wahrnehmungsstörung“ führt dazu, dass sich einzelne Bürgerinnen und Bürger selten als Europäer verstehen und einem politischen Engagement auf dieser supranationalen Ebene eher gleichgültig begegnen. Es liegt aber auch daran, dass es bisher wenig Möglichkeiten gab, europäische Politik mitzubestimmen. Und genau aus diesem Grund ist die Europäische Bürgerinitiative (EBI), die ab 1. April 2012 möglich sein wird, ein wichtiger Meilenstein (Verordnung über die Europäische Bürgerinitiative / Durchführungsverordnung für die Datensammel-Software).

Die EBI gibt Organisationen die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger für ein Thema zu gewinnen und gemeinsam europäische Politik zu gestalten. Dabei ist klar: Es wird nicht Lieschen Müller sein, die eine EBI startet. Zu hoch ist der notwendige Professionalisierungsgrad um eine Million Unterschriften aus sieben EU-Ländern zu sammeln. Aber die Chancen sind hoch, dass gut aufgestellte Vereine und Verbände eine EBI erfolgreich durchführen können.

Die jetzige Umsetzung des neuesten Partizipationsinstruments der EU ist vor allem ein Sieg des EU-Parlaments über die Kommission. Diese wollte z.B. 9 Länder anstelle der jetzt 7 Länder als Ausgangsbasis vorschreiben, öffentliche Anhörungen waren nicht geplant und finden jetzt statt, und eine Open-Source-Software für die Online-Sammlung war nicht vorgesehen und musste nun von der EU-Kommission entwickelt werden. In der Politik passiert es ab und an, dass etwas beschlossen, aber nie umgesetzt wird, weil die praktischen Hürden zu hoch sind. Evaluationen – auch bei der Europäischen Bürgerinitiative nach drei Jahren vorgesehen – sind hier der vorprogrammierte Todesstoß. Gerade die Software für die Online-Sammlung von Unterschriften zeigt aber, dass es dem EU-Parlament mit der Europäischen Bürgerinitiative erst ist und das Instrument nicht nach drei Jahren den Evaluationstod sterben soll. Die EBI wird sich trotzdem an ihrer praktischen Umsetzung messen lassen müssen, vermutlich zuerst beim Thema Vorratsdatenspeicherung.

So ergeben sich zwei Chancen: Zum einen für die Idee eines von Bürgerinnen und Bürgern geprägten Europas, das all jenen, die über den Tellerrand der Nationalstaaten blicken, eine Identität aber eben auch eine Handlungsoption bietet. Zum anderen für die Netzgemeinde, welche die EBI nutzen kann, um sich international noch mehr auszutauschen, um an einem netzpolitisch wirklich grenzenlosen Europa zu bauen.


Weitere Informationen: